Stellenanzeige schreiben: So begeistern Sie Ihre Zielgruppe

Die Stellenanzeige ist ein zentraler Baustein jeder Stellenausschreibung. Wenn sie Talente überzeugt, dann können Sie sich auf zahlreiche Bewerbungen freuen. Doch damit eine Stellenanzeige beeindruckt, muss sie einige entscheidende Anforderungen erfüllen. Ganz wichtig: Sie sollte perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten sein. Doch wie gelingt das am besten? Gern verraten wir Ihnen, wie Sie die optimale Stellenanzeige schreiben.

Stellenanzeige schreiben zwei Frauen vor einem Laptop

Übersicht

Mitarbeiter*innen finden: Früher war alles einfacher

Früher war es oft keine große Sache, potenzielle Bewerber*innen mit einer Stellenanzeige zu überzeugen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Hier sind drei Gründe dafür:

  1. Weniger Talente: Sie können es wahrscheinlich schon gar nicht mehr hören. Aber es ist leider, wie es ist. Der Fachkräftemangel lässt die Zahl der potenziellen Bewerber*innen in vielen Berufen fleißig schrumpfen. Laut der letzten Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit liegt die Zahl der Engpassberufe bei 200. Besonders dringend gesucht: Pflegefachkräfte, Zahnmedizinische Fachangestellte sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker*innen. Umso umkämpfter sind insbesondere hier die wenigen verbliebenen Talente. Eine 08/15-Stellenanzeige reicht da nicht aus.

  2. Viele Stellenanzeigen: Die eben angesprochene 08/15-Stellenanzeige geht nämlich in einem Wust von – zum Teil sehr hochwertigen – Job Ads unter. Ein Beispiel: Allein in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit finden Talente aktuell fast 842.000 Stellenausschreibungen (Stand: 28.05.2024). Nur die besten stechen hervor und werden wahrgenommen.

  3. Anspruchsvollere Talente: Potenzielle Bewerber*innen sind heute in der Regel wählerischer als früher, wenn es um einen neuen Job geht. Auch, weil Sie es sich leisten können. Sie wissen, dass Fachkräfte heiß begehrt sind, und dass sich Arbeitgeber strecken müssen, um Talente für sich zu gewinnen. Die Anspruchshaltung beginnt schon beim Lesen der Stellenanzeige – diese muss sprachlich, inhaltlich und optisch überzeugen.

Stellenanzeige schreiben: So begeistern Sie Talente

Wie gerade schon angedeutet, sollte eine gute Stellenanzeige Talente auf drei Ebenen beeindrucken. Lassen Sie uns mal einen gemeinsamen Blick darauf werfen. Das ist entscheidend, wenn Sie eine Stellenanzeige schreiben:

1. Sprache

Passen Sie den Ton der Stellenanzeige an die Zielgruppe an. Klar: Wenn Sie jüngere Talente erreichen möchten, dann können Sie einen lockereren Schreibstil wählen, als wenn Sie erfahrenere Talente ansprechen möchten. Genauso verhält es sich auch je nach Beruf: Suchen Sie Bewerber*innen für einen kreativen Job (z. B. Grafikdesigner*in) oder für einen hemdsärmeligen Beruf (z. B. Dachdecker*in), dann kann der Ton der Stellenanzeige ganz ungezwungen sein. Wenn Sie aber potenzielle Bewerber*innen für sehr formelle Jobs (z. B. Anwältin oder Anwalt) ansprechen möchten, sollte auch der Sprachstil gehobener sein. Holen Sie die Talente sprachlich individuell ab. Hier sind ein paar Formulierungs-Beispiele:

  • Grafikdesigner*in: „Deine Aufgaben sind genauso bunt wie deine Grafiken – unter anderem präsentierst du deine Ideen im Team und bei Kunden.“
  • Dachdecker*in: „Das hättest du vielleicht nicht geDACHt: Bei uns wirst du weit über Tarif bezahlt und bekommst ein 13. Monatsgehalt.“
  • Anwältin/Anwalt: „Sie übernehmen eine verantwortungsvolle und leitende Funktion und sind ein geschätzter Ansprechpartner für unsere Mandant*innen und Mitarbeiter*innen.“

2. Inhalt

Schauen Sie sich Ihre Zielgruppe ganz genau an. Was wünschen sich die Talente von einem Arbeitgeber und vom Job selbst? Beantworten Sie diese Frage unter anderem für folgende Aspekte: Arbeitszeitgestaltung, Aufgabenprofil, Führungsstil, Gehalt und Benefits. Versuchen Sie dann in Ihrer Stellenanzeige die Aspekte Ihres Unternehmens und der Stelle hervorzuheben, die für Zielgruppe besonders ansprechend sind. Ein paar – leicht pauschalisierte – Benefit-Beispiele:

  • Angehende Azubis begeistern Sie mit einem Elektroroller oder einer Fitnessclubmitgliedschaft.
  • Arbeitstätige Eltern springen auf Benefits wie flexible Arbeitszeiten oder Work-Life-Balance an.
  • Ältere Talente überzeugen Sie unter anderem mit einem ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplatz.
  • Umweltbewusste Talente freuen sich über ein Jobticket oder ein Jobfahrrad für den Arbeitsweg.

3. Optik

Schlicht und klar oder kreativ und farbenfroh? Richten Sie auch bei der optischen Gestaltung der Stellenanzeige ganz nach Ihrer Zielgruppe. Was sich in jedem Fall anbietet: Geben Sie den Talenten durch Fotos oder vielleicht sogar ein kurzes Video einen authentischen Einblick in Ihr Unternehmen, den Arbeitsalltag und die Stelle. Das ist auch eine wunderbare Möglichkeit, die künftigen Kolleg*innen vorzustellen bzw. zu zeigen. So kann gleich eine erste, kleine emotionale Verbindung vom Talent zu Ihren Mitarbeiter*innen entstehen. Das ist Gold wert!

Auch wichtig: Auf den richtigen Plattformen veröffentlichen

Was bringt es, wenn Sie eine hervorragende Stellenanzeige schreiben, aber diese kein Talent erreicht? Richtig, leider gar nichts! Bringen Sie deshalb auch in Erfahrung, auf welche Jobbörsen Ihre Zielgruppe nach passenden Stellenanzeigen Ausschau hält. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, Ihre Stellenanzeige auf Social Media – Social Recruiting lautet das Stichwort – zu bewerben und auch hier jeweils in den Netzwerken, in denen sich Ihre Zielgruppe bewegt.

Die Zielgruppe: Was macht Ihre Top-Bewerber*innen aus?

Jetzt haben wir davon mehrfach davon gesprochen, dass Sie wissen sollten, wie Ihre Zielgruppe tickt. Aber wie genau bringt man das am besten in Erfahrung? Nun, bevor Sie Ihre Zielgruppe näher kennenlernen, sollten Sie grundlegend festlegen, was diese ausmacht bzw. wie Ihr*e Idealkandidat*in für die Stelle aussieht.

Überlegen Sie hierfür unter anderem, welches Maß an Berufserfahrung, welche Qualifikationen und welche demographischen Merkmale (z. B. Alter, Geschlecht, Wohnort) das passende Talent haben sollte. Letztere sollten Sie keinesfalls in Ihrer Stellenanzeige erwähnen – Stichwort: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Die Zielgruppe kennenlernen, aber wie?

Sie haben nun ein Bild von Ihrem Wunschtalent. Mit diesem Gerüst können Sie nun tiefer graben und herausfinden, wie und wo Sie Ihre Wunschbewerber*innen für die offene Stelle gewinnen können. Hier kommen zwei einfache Wege zur Erkenntnis:

  • Mitarbeiter*innen als Expert*innen: Wer wüsste besser, ob eine Stellenanzeige überzeugt als Ihre Mitarbeiter*innen, die in der gleichen oder zumindest einer ähnlichen Position tätig sind. Diese können Ihnen wertvolles Feedback zu Ihrem Stellenanzeigen-Entwurf geben. Außerdem können sie Ihnen verraten, wo potenzielle Bewerber*innen auf Stellensuche gehen – also, wo Sie Ihre Stellenanzeige am besten schalten und bewerben sollten.

  • Marktforschung als Mehrwert: Das Internet hat jede Menge Studien mit reichlich Zielgruppenwissen zu bieten. Oftmals sind diese direkt und kostenlos verfügbar. Es lohnt sich z. B., regelmäßig bei den großen Jobportalen vorbeizuschauen und deren Studien-Angebot zu durchstöbern. Top-Tipps rund ums Recruiting allgemein, in bestimmten Branchen sowie Zielgruppen-Insights finden Sie auch regelmäßig bei uns im Blog. Schauen Sie gerne mal wieder vorbei!

Welche Dinge bei einer Stellenanzeige unabhängig von der Zielgruppe wichtig sind, verrät unsere kostenlose Checkliste. Stellenanzeige schreiben, Tipps abhaken, erfolgreich Mitarbeiter*innen finden.

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Reemko Ruth

Autor, Auskenner, Aufspürer – Reemko Ruth liefert Ihnen findige Tipps für die Personalfindung. Seine Lieblingsthemen: Employer Branding, Social Recruiting und Personalmanagement.

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