Karriereseite: Beispiele und Tipps zur Gestaltung
Übersicht
Definition: Was ist eine Karriereseite?
Eine Karriereseite ist der Teil der Unternehmenswebsite (manchmal auch ein eigenständiger Auftritt), der sich gezielt an potenzielle Bewerber*innen richtet. Hier erfahren Interessierte, wie es ist, im Unternehmen zu arbeiten – und ob der Job und die Kultur zu ihnen passen. Auf der Karriereseite finden sich in der Regel offene Stellen, Infos zu Einstiegsmöglichkeiten, Benefits und Entwicklungschancen. Gleichzeitig gibt die Karriereseite Einblicke in Werte, Arbeitsalltag und Teamkultur und hilft dabei, ein Gefühl für das Unternehmen als Arbeitgeber zu bekommen.
Entscheidend ist: Die Karriereseite ist oft der erste echte Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Talenten. Sie informiert, überzeugt und begleitet durch den Bewerbungsprozess – und spielt damit eine zentrale Rolle im Recruiting und Employer Branding.
Vorteile einer Karriereseite
Eine Karriereseite ist weit mehr als eine digitale Stellenbörse. Richtig eingesetzt unterstützt sie Ihr Recruiting, stärkt Ihre Position als Arbeitgeber und verbessert die Qualität der Bewerbungen. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Mehr Initiativbewerbungen: Eine gut aufgebaute Karriereseite macht auch dann neugierig, wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist. Wer Unternehmen, Kultur und Arbeitsweise überzeugend darstellt, erhöht die Chance auf qualifizierte Initiativbewerbungen deutlich.
- Bessere Candidate Experience: Die Karriereseite begleitet Bewerber*innen durch den gesamten Entscheidungsprozess. Klare Informationen, einfache Orientierung und transparente Abläufe sorgen für ein positives Erlebnis – unabhängig davon, ob es am Ende zu einer Einstellung kommt.
- Employer Branding: Über die Karriereseite steuern Sie aktiv, wie Ihr Unternehmen als Arbeitgeber wahrgenommen wird. Sie setzen eigene Akzente und zeigen authentisch, was Sie als Arbeitgeber ausmacht.
- Alle Infos an einem Ort: Arbeitsalltag, Einstiegsmöglichkeiten, Benefits, offene Stellen und Bewerbungsprozess – auf der Karriereseite laufen alle relevanten Informationen zusammen. Das reduziert Rückfragen und schafft Klarheit auf beiden Seiten.
- Verbesserte Time-to-Hire: Wenn Bewerber*innen gut informiert sind und sich gezielt angesprochen fühlen, kommen passendere Bewerbungen schneller bei Ihnen an. Das verkürzt Abstimmungen, reduziert Schleifen im Prozess und beschleunigt die Besetzung offener Stellen.
Aufbau einer Karriereseite
Der Aufbau einer Karriereseite entscheidet oft darüber, ob Talente sich schnell zurechtfinden – oder frustriert abspringen. Eine durchdachte Struktur sorgt dafür, dass Interessierte sofort verstehen, wer Sie sind, welche Möglichkeiten es gibt und warum es sich lohnt, Teil Ihres Teams zu werden.
Wichtige Bausteine einer gut aufgebauten Karriereseite sind unter anderem:
- Unternehmensprofil und Kultur: Zeigen Sie, wofür Sie stehen, welche Werte Ihnen wichtig sind und wie der Arbeitsalltag aussieht.
- Offene Stellen und Bewerbungsprozess: Klar und übersichtlich – damit Talente sofort wissen, wo sie sich bewerben können und wie der Ablauf ist.
- Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten: Stellen Sie dar, was Mitarbeiter*innen bei Ihnen erwarten dürfen – von Weiterbildung bis zu flexiblen Arbeitszeiten.
- Erfahrungen von Mitarbeiter*innen: Authentische Einblicke durch schriftliche Interviews oder kurze Videos schaffen Vertrauen.
- Kontakt und Interaktion: Machen Sie es potenziellen Bewerber*innen leicht, Fragen zu stellen oder sich initiativ zu bewerben.
Erfolgsfaktoren der besten Karriereseiten
Die entscheidenden Aspekte von Karriereseiten hat die Studie „Karriere-Websites 2025“ von der Hochschule RheinMain, in Zusammenarbeit mit Raven51, herausgestellt – und bei 155 Webauftritten ganz genau hingeschaut. Wichtig für einen guten Auftritt sind die Themen:
Zugang:
- Suchmaschinenoptimierung (SEO) & Website
- Karriere-/recruiting-spezifische Social Media- Accounts
Information & Inhalte:
- Allgemeine Arbeitgeberinformationen & -angebote
- Karriere-/Einstiegsspezifische Informationen & Angebote
- Angebot & Informationsgehalt von Videos
- Stellenbeschreibung
Candidate Experience:
- Accessibility/Barrierefreiheit
- Nutzerfreundlichkeit (Usability) & Navigation
- Interaktivität & Funktionalität:
- Kontaktangebot/-kanäle
- Stellenmarkt/-börse
- Personalisierung/Benutzerkonto
- Bewerbungsmodul/Bewerbermanagementsystem
- Social-Media-Angebote & -Tools
- Digital-Recruiting-Funktionen
Karriereseite optimieren
Thema Zugang
Die Studie zeigt: Viele Unternehmen haben ihre Karriereseiten technisch schon gut im Griff, aber der Zugang ist nicht überall optimal.
- Suchmaschinenoptimierung läuft: 97 Prozent der Unternehmen sorgen dafür, dass die Karriere-Seite über Google und Co. gefunden wird.
- Stellenanzeigen haken: Nur 37 Prozent der Unternehmen sind mit allen getesteten Stellenanzeigen über Google auffindbar.
- Social Media dürftig: Im Schnitt nutzen Unternehmen nur knapp vier der neun großen Netzwerke. LinkedIn, kununu und Instagram sind die Top 3. TikTok wird kaum genutzt.
Was Unternehmen besser machen können:
- Stellenanzeigen für Suchmaschinen optimieren – nicht nur die Hauptseite, sondern jedes Jobangebot.
- Sitelinks gezielt einrichten, damit Interessierte direkt zu Karriereinfos, Jobs und Unterseiten kommen.
- Den Zugang regelmäßig prüfen und anpassen – nur eine auffindbare Seite bringt Bewerber*innen wirklich zu Ihnen.
Thema: Information & Inhalte
Die Studie zeigt: Viele Karriere-Websites liefern nicht die Informationen, die Bewerber*innen konkret brauchen.
- Bewerbungsprozess unzureichend: Im Schnitt nur 46 Prozent Erfüllungsgrad bei Infos zu Ablauf, Dauer, Kontaktpunkten, Datenschutz und Onboarding.
- Karriere- und Einstiegsthemen dünn: Zielgruppenspezifische Informationen kommen im Schnitt nur auf 54 Prozent, besonders Quereinsteiger*innen bleiben im Dunkeln.
- Vergütung oft intransparent: Nur 27 Prozent der Unternehmen informieren konkret über Gehalt, Boni oder variable Vergütung.
Was Unternehmen besser machen können:
- Den Bewerbungsprozess klar erklären – Schritt für Schritt, inklusive Dauer und Onboarding.
- Zielgruppen gezielt ansprechen und Informationslücken bei Quereinsteiger*innen schließen.
- Mehr Transparenz bei Gehalt und Benefits schaffen.
Thema: Candidate Experience
Die Studie zeigt: Die Nutzerführung funktioniert in vielen Bereichen gut, hat aber klare funktionale Lücken.
- Design überzeugt: Der Erfüllungsgrad in Sachen Nutzerfreundlichkeit und Navigationsdesign liegt im Schnitt bei 82 Prozent.
- Stellenanzeigen schwächer: Ihre Struktur erreicht im Mittel nur 73 Prozent Erfüllungsgrad, u. a. wegen fehlender grafischer Hervorhebungen sowie seltener Nutzung von Bildern und Videos.
- Desktop-Usability vernachlässigt: Stationäre Special-Aspekte kommen nur auf 59 Prozent, z. B. ist die Hauptnavigation beim Scrollen nicht immer sichtbar.
Was Unternehmen besser machen können:
- Stellenanzeigen visuell strukturieren (Hervorhebungen, Bilder, Videos), um Orientierung und Lesbarkeit zu verbessern.
- Die Navigation ausbauen: Volltextsuche ergänzen und Menüs klarer strukturieren – auch für Fach- und Engpasszielgruppen.
- Auch wenn mobil immer mehr an Bedeutung gewinnt: Die Desktop-Version ebenfalls gezielt optimieren.
Thema: Interaktivität & Funktionalität
Die Studie zeigt: Gerade bei interaktiven Funktionen und digitalen Recruiting-Angeboten sind viele Karriere-Websites sehr schwach aufgestellt.
- Kontaktmöglichkeiten fehlen: Der Basisbereich Kontakt erreicht im Schnitt nur 31 Prozent Erfüllungsgrad. Eine Telefonnummer fehlt in jeder zweiten Stellenanzeige.
- Kaum Lead-Generierung: Nur 12 Prozent der Unternehmen ermöglichen eine einfache Interessenbekundung (z. B. E-Mail hinterlassen).
- Digital Recruiting kaum vorhanden: Neue digitale Recruiting-Tools sind im Mittel nur 5 Prozent vorhanden.
Was Unternehmen besser machen können:
- Niedrigschwellige, persönliche Kontaktmöglichkeiten anbieten und verschiedene Kontaktwege zulassen.
- Lead-Formate einführen (z. B. Talentpools, Job-Updates, kurze Interessenformulare).
- Digitale Recruiting-Funktionen (z. B. sprachgesteuerten Suche) gezielt ausbauen, statt sie weitgehend ungenutzt zu lassen.
Beispiele für gelungene Karrierewebseiten
Fazit zum Thema Karriereseiten
Die Studienautoren Professor Dr. Thorsten Petry, Professor für Unternehmensführung an der Hochschule RheinMain, und Sebastian Meurer, Teamlead Research & Business Development bei Raven51, kommen zu dem Schluss, „dass sich sehr viele Unternehmen bzw. deren Personalverantwortliche im Hinblick auf die eigene Karriere-Website weiterhin im ‚Dornröschenschlaf‘ befinden“. Klare Worte.
Das ist besonders dramatisch, denn „die Karriere-Website ist und bleibt die wichtigste Waffe (Kommunikations- und Interaktionskanal) im berühmt berüchtigten ‚War for Talent‘. Deshalb gilt auch weiterhin unverändert: Mit stumpfer Klinge wird es ein schwieriger Kampf!“ Schärfen Sie Ihre Klinge mit den Tipps aus diesem Artikel. Wir wünschen Ihnen dabei gutes Gelingen!
Interessante Ergebnisse, oder? Wenn Sie noch tiefer in die fundierte Studie eintauchen möchten, können Sie diese ganz einfach herunterladen. Zum Download!
Reemko Ruth
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Fragen, Ergänzungen, Interesse? Schreiben Sie uns, wir beraten Sie gerne persönlich.
Bildquelle: Ohmydearlife; pixabay
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