Upskilling für Unternehmen: Warum Weiterbildung wichtiger denn je ist
In einer Arbeitswelt, die sich ständig verändert, ist Stillstand keine Option. Mitarbeiter*innen, die ihr Wissen erweitern und neue Fähigkeiten entwickeln, sind nicht nur motivierter, sondern auch wertvoller für das gesamte Unternehmen. Weiterbildung ist deshalb kein notwendiges Übel, sondern eine starke Investition in die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.
Übersicht
Definition: Was bedeutet Weiterbildung?
Weiterbildung meint, dass Mitarbeiter*innen auch nach der Ausbildung oder dem Studium weiterlernen, um beruflich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Für Unternehmen ist das besonders wichtig: Gut geschulte Angestellte sind flexibler, produktiver und können neue Aufgaben schneller übernehmen. Weiterbildung – heute oft auch als Upskilling bezeichnet – umfasst alles, was hilft, vorhandenes Wissen zu erweitern oder neue Fähigkeiten zu entwickeln. Sie macht Unternehmen zukunftsfähig, weil sie die Mitarbeiter*innen berufsfit hält und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit, aber auch die Arbeitgeberattraktivität stärkt.
Wie lange dauert eine Weiterbildung?
Die Dauer einer Weiterbildung kann sehr unterschiedlich sein – es gibt keine feste Vorgabe, weil sie stark davon abhängt, welches Ziel verfolgt wird, welche Inhalte vermittelt werden und wie die Maßnahme organisiert ist.
Im Groben lässt sich sagen:
- Kurzkurse oder Seminare: wenige Stunden bis einige Tage
- Zertifikatskurse/berufliche Qualifizierungen: einige Wochen bis wenige Monate
- Aufstiegsweiterbildungen (z. B. Meister*in, Fachwirt*in, Betriebswirt*in): mehrere Monate bis 2 Jahre, oft berufsbegleitend
- Online- oder Blended-Learning-Kurse: flexibel, je nach Lerntempo von wenigen Wochen bis über ein Jahr
Für Arbeitgeber bedeutet das: Weiterbildung ist planbar, kann aber je nach Ziel sowohl ein kleiner Impuls als auch eine längerfristige Investition sein.
Was ist der Unterschied zwischen den Begriffen Weiterbildung, Umschulung und Fortbildung?
Mitarbeiter*innen müssen ihre Fähigkeiten regelmäßig erweitern, um mit den Anforderungen Schritt zu halten. Dabei tauchen oft die Begriffe Weiterbildung, Fortbildung und Umschulung auf, die zwar ähnlich klingen, aber unterschiedliche Zwecke und Einsatzbereiche haben.
Weiterbildung
- Bedeutet: Mitarbeiter*innen lernen nach der Ausbildung oder dem Studium weiter, um ihr Wissen zu erweitern oder aktuell zu halten.
- Ziel: Fachliche oder persönliche Kompetenzen ausbauen.
- Beispiel: Eine Mitarbeiterin besucht einen Kurs, um neue Software oder moderne Projektmethoden zu lernen.
- Synonym heute oft: Upskilling
Fortbildung
- Eine spezielle Form der Weiterbildung.
- Fokus: Vertiefung oder Erweiterung vorhandener Kenntnisse, oft mit konkretem beruflichen Nutzen.
- Typischerweise kürzer als große Weiterbildungen.
- Beispiel: Ein Handwerker macht eine Fortbildung zu neuen Normen oder Techniken in seinem Beruf.
Umschulung
- Bedeutet: Komplett neue Berufsausbildung für einen anderen Beruf.
- Ziel: Menschen können nach der Umschulung in einem völlig neuen Bereich arbeiten.
- Beispiel: Eine ausgelernte Verkäuferin macht eine Umschulung zur Pflegefachkraft.
- Unterschied zur Weiterbildung: Umschulung ersetzt die alte Qualifikation, Weiterbildung baut darauf auf.
- Synonym heute oft: Reskilling
Warum ist eine Weiterbildung wichtig?
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer kommt nach einer Umfrage zu dem Schluss: „Fachkräftesicherung ohne Weiterbildung – geht nicht“. Lassen Sie uns einmal im Detail darauf schauen, warum Weiterbildung für Unternehmen so entscheidend ist:
- Fachkräfte fit halten: Technologien, Prozesse und gesetzliche Vorgaben ändern sich ständig. Mitarbeiter*innen, die regelmäßig weitergebildet werden, bleiben kompetent und effizient.
- Motivation und Bindung steigern: Wer in die Entwicklung seiner Angestellten investiert, zeigt Wertschätzung. Das erhöht Zufriedenheit und verringert Fluktuation.
- Wettbewerbsfähigkeit sichern: Unternehmen mit gut geschulten Teams können schneller auf Veränderungen reagieren, neue Aufgaben übernehmen und innovative Lösungen entwickeln.
- Karriere- und Aufstiegschancen ermöglichen: Weiterbildung hilft Mitarbeiter*innen, sich für neue Rollen oder Führungsaufgaben zu qualifizieren – und stärkt gleichzeitig die Nachfolgeplanung im Unternehmen.
- Flexibilität im Unternehmen erhöhen: Durch Upskilling können Mitarbeiter*innen vielseitiger eingesetzt werden, Engpässe werden leichter ausgeglichen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Gut qualifizierte und motivierte Angestellte sind das Herzstück jedes erfolgreichen Unternehmens. Weiterbildung sorgt nicht nur für aktuelles Fachwissen, sondern auch für mehr Zufriedenheit, Motivation und Innovationskraft im Team. Es gibt verschiedene Wege, wie Betriebe ihre Mitarbeiter*innen gezielt fördern können – je nach Bedarf, Arbeitsumfeld und Budget.
1. Online-Weiterbildung
Online-Weiterbildungen sind flexibel, modern und lassen sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren. Sie bieten die Möglichkeit, Wissen unabhängig von Ort und Zeit zu erweitern – perfekt für verteilte Teams oder Beschäftigte mit flexiblen Arbeitszeiten.
Vorteile für Arbeitgeber:
- Keine Reisekosten oder Abwesenheiten
- Große Themenvielfalt – von IT über Führung bis Kommunikation
- Lernfortschritt individuell steuerbar
- Gut skalierbar für größere Teams
Beispiele:
- LinkedIn Learning
- Coursera for Business
- IHK Online-Angebote
Tipp: Ideal, um eine digitale Lernkultur im Unternehmen zu fördern und Wissen kontinuierlich aufzufrischen.
2. Berufsbegleitende Weiterbildung
Hier lernen Mitarbeiter*innen neben dem Job – zum Beispiel abends, am Wochenende oder in Teilzeit. Für Unternehmen bedeutet das: Das neue Wissen fließt direkt in die tägliche Arbeit ein.
Vorteile für Arbeitgeber:
- Kein kompletter Arbeitsausfall
- Praxisnahes Lernen mit direktem Nutzen fürs Unternehmen
- Förderung der Mitarbeiterbindung und Motivation
- Aufbau von Fach- und Führungskräften im eigenen Haus
Beispiele:
- IHK-Abschlüsse (z. B. Fachwirt*in, Meister*in, Techniker*in)
- Berufsbegleitende Studiengänge wie ein MBA oder Bachelor Professional
Tipp: Besonders geeignet, um langfristige Entwicklungspfade für engagierte Mitarbeiter*innen zu schaffen.
3. Selbststudium
Beim Selbststudium übernehmen Mitarbeiter*innen selbst die Initiative. Mit Online-Materialien, Podcasts oder Lern-Apps können sie sich genau die Themen aneignen, die für ihre Aufgaben relevant sind.
Vorteile für Arbeitgeber:
- Kostengünstig und flexibel
- Stärkt Eigenverantwortung und Lernmotivation
- Gut mit anderen Weiterbildungsformen kombinierbar
Beispiele:
- Lernplattformen wie freeCodeCamp oder Duolingo
- Fachliteratur, Blogs oder YouTube-Tutorials
Tipp: Unternehmen können Selbstlernen gezielt unterstützen – etwa durch Lernzeiten oder Zugang zu digitalen Lernressourcen.
4. Weiterbildungskurse (Präsenz oder Hybrid)
Klassische Weiterbildungskurse – in Präsenz oder kombiniert mit Online-Lernen – bieten Struktur, direkten Austausch und praxisorientierte Inhalte. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn Zertifikate oder anerkannte Qualifikationen wichtig sind.
Vorteile für Arbeitgeber:
- Persönlicher Austausch mit Fachdozent*innen
- Strukturierter Lernrahmen
- Offizielle Zertifikate oder Abschlüsse
- Förderung von Teamlernen und Wissenstransfer
Beispiele:
- IHK- und HWK-Seminare
- VHS-Kurse
- branchenspezifische Schulungen
Tipp: Gut geeignet, wenn Unternehmen gezielt Qualifikationen aufbauen oder neue Standards einführen möchten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeit ist wann am besten geeignet?
Welche Weiterbildungsform am besten geeignet ist, hängt stark vom Ziel und der Situation im Unternehmen ab. Online-Weiterbildungen eignen sich besonders, wenn Flexibilität gefragt ist – etwa für verteilte Teams oder um Wissen schnell und kostengünstig zu vermitteln. Berufsbegleitende Weiterbildungen sind ideal, wenn Mitarbeiter*innen langfristig für höhere Positionen oder Spezialisierungen aufgebaut werden sollen. Sie verbinden Lernen und Praxis und stärken gleichzeitig die Mitarbeiterbindung.
Wer Eigeninitiative fördern möchte, kann auf Selbststudium setzen: Mitarbeiter*innen lernen individuell und selbstbestimmt, etwa mit Online-Ressourcen oder Fachliteratur. Wenn hingegen strukturierte Lernwege oder anerkannte Abschlüsse gefragt sind, bieten sich Präsenz- oder Hybridkurse an. Sie schaffen Raum für Austausch, Praxisübungen und führen häufig zu offiziell anerkannten Zertifikaten.
Auf den Punkt gebracht: Für kurzfristige Lernziele sind Online-Formate ideal, für gezielte Qualifizierung berufsbegleitende Programme, für individuelle Entwicklung das Selbststudium – und für fundierte Fachkenntnisse klassische Weiterbildungskurse.
Welche finanziellen Unterstützungen gibt es für Weiterbildungen?
Unternehmen haben heute viele Möglichkeiten, ihre Angestellten bei der Weiterbildung finanziell zu unterstützen – und dabei selbst zu profitieren. Neben staatlichen Zuschüssen gibt es steuerliche Vorteile und Förderprogramme, die Weiterbildung deutlich günstiger machen können.
Mögliche Unterstützungen und Förderungen:
- Qualifizierungschancengesetz: Die Bundesagentur für Arbeit fördert Lehrgangskosten oder zahlt Lohnzuschüsse, wenn Mitarbeiter*innen sich weiterqualifizieren. Besonders lohnend für kleine und mittlere Unternehmen.
- Länderprogramme: In vielen Bundesländern gibt es Programme wie den Weiterbildungsscheck (z. B. in NRW, Sachsen oder Rheinland-Pfalz) oder den Bildungsscheck, die einen Teil der Kurskosten übernehmen.
- Steuerliche Vorteile: Weiterbildungskosten können als Betriebsausgaben abgesetzt werden – ein einfacher Weg, um die finanzielle Belastung zu reduzieren.
- Förderung für Mitarbeiter*innen: Wer sich eigenständig weiterbildet, kann auf Bildungsprämien oder Aufstiegs-BAföG zurückgreifen, z. B. für Meister- oder Fachwirtabschlüsse.
- Unterstützung im Unternehmen: Viele Arbeitgeber übernehmen Lehrgangskosten (ganz oder teilweise), stellen Lernzeiten während der Arbeitszeit bereit oder gewähren Bildungsurlaub – ein starkes Signal für Wertschätzung und Mitarbeiterbindung.
Gesetzliche Rahmenbedingungen zu Weiterbildungen
Ein einheitliches Weiterbildungsgesetz für ganz Deutschland gibt es zwar nicht, aber verschiedene Bundes- und Landesregelungen, die den Rahmen für Weiterbildung vorgeben. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt vor allem die betriebliche Ausbildung und Teile der beruflichen Fortbildung. Darüber hinaus haben viele Bundesländer eigene Weiterbildungsgesetze, die festlegen, wie Weiterbildungsangebote anerkannt und gefördert werden können.
Wichtig für Arbeitgeber ist auch der Bildungsurlaub (oder Bildungsfreistellung). In fast allen Bundesländern dürfen Mitarbeiter*innen sich für eine bestimmte Zahl an Tagen pro Jahr freistellen lassen, um an anerkannten Weiterbildungen teilzunehmen – meist bei voller Lohnfortzahlung. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Land.
Auf Bundesebene bietet das erwähnte Qualifizierungschancengesetz zusätzliche Unterstützung: Unternehmen können Zuschüsse zu Kurskosten oder Lohnkosten erhalten, wenn sie ihre Angestellten gezielt weiterbilden – zum Beispiel im Zuge der Digitalisierung oder bei neuen technischen Anforderungen.
Kurz gesagt: Die gesetzlichen Regelungen schaffen gute Voraussetzungen, um Weiterbildung im Unternehmen aktiv zu fördern – rechtssicher, finanziell unterstützt und mit echtem Mehrwert für alle Beteiligten.
Weiterbildung als Benefit
Von einer Weiterbildung profitieren beide Seiten – Sie als Arbeitgeber, aber natürlich auch Ihre Angestellten für sich selbst. Weil sie neues Wissen und praktische Skills bekommen, die den Job leichter machen und die Karrierechancen verbessern. Gleichzeitig sorgt Weiterbildung dafür, dass man motiviert, selbstbewusst und zufriedener im Job bleibt.
Kein Wunder also, dass eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt:
- Rund 30 Prozent der Fachkräfte haben einen Weiterbildungswunsch.
- Aber nur etwa 6 Prozent haben einen Weiterbildungsplan.
Es lohnen sich also gleich zwei Dinge: Erwähnen Sie in Ihren Stellenanzeigen Weiterbildung als Benefit. Machen Sie es für Ihre Mitarbeiter*innen dann auch wirklich einfach, ihren Weiterbildungswunsch in die Tat umzusetzen, zeigen Sie ihnen Möglichkeiten und Optionen auf.
Also: Über Weiterbildung sollten Sie unbedingt in Ihren Stellenanzeigen sprechen. Was sonst noch drin sein sollte, können Sie ganz einfach mit unserer Checkliste „Die perfekte Stellenanzeige“ abhaken. Kostenlos herunterladen!
Wichtig: Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Rechtsberatung darstellt. Es handelt sich um einen allgemeinen Text zu Informationszwecken.
Reemko Ruth
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Bildquelle: Charlotte Harrington; unsplash.com
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